Neue Regelungen für Casinos in Liechtenstein führen zu dramatischen Einnahmeverlusten

Seit Beginn des Jahres gelten in Liechtenstein neue Regelungen für die landbasierten Casinos. Diese Änderungen haben zu einem dramatischen Rückgang der Einnahmen der sechs Casinos im Land geführt, die in den letzten drei Wochen einen Verlust von 85 % ihrer Umsätze verzeichnen mussten. Die Liechtensteinische Casinovereinigung hat die Regierung inzwischen zu einer Reform des Glücksspielgesetzes aufgerufen, um die Branche zu unterstützen und zu schützen.

Liechtenstein

Das „Las Vegas der Alpen“ verliert an Glanz

Liechtenstein, ein kleines, aber finanziell wohlhabendes Land in den Alpen, ist bekannt für seine sechs landbasierten Casinos. Das Land wird daher auch als „Las Vegas der Alpen“ bezeichnet, da die Anzahl der Casinos im Vergleich zur kleinen Fläche des Landes ungewöhnlich hoch ist. Doch seit der Einführung der neuen Maßnahmen haben die Casinos mit einem drastischen Rückgang ihrer Einnahmen zu kämpfen.

Die wichtigste Änderung betrifft die gemeinsame Nutzung der schwarzen Liste von gesperrten Spielern zwischen Liechtenstein und der Schweiz. Diese Liste enthält derzeit bereits 100.000 Namen von Personen, die in den landbasierten Casinos beider Länder nicht mehr spielen dürfen. Das führt zu einem erheblichen Verlust von Besuchern, was sich direkt in einem dramatischen Rückgang der Einnahmen niederschlägt.

Zusätzlich müssen die Spieler nun nachweisen, woher das Geld stammt, mit dem sie spielen möchten. Diese strengeren Vorschriften versetzen die Casinos in Liechtenstein in eine benachteiligte Position im Vergleich zu ihren Konkurrenten in Österreich und Deutschland, die weniger strenge Regelungen haben. Laut der Liechtensteinischen Casinovereinigung hat dies zu einem massiven Rückgang der Kundenzahlen und damit der Einnahmen geführt.

Finanzielle Verluste und Sorgen um die Zukunft

Die Liechtensteinische Casinovereinigung gab bekannt, dass die sechs Casinos seit dem 7. Januar einen Rückgang der Einnahmen um 85 % verzeichnet haben, während ursprünglich mit einem Rückgang von etwa 30 % gerechnet wurde. Markus Kaufmann, der Vorsitzende der Vereinigung, spricht von einem „absoluten Worst-Case-Szenario“ und betont die Ernsthaftigkeit der Situation. Laut Kaufmann ist der wirtschaftliche Schaden ohne schnelle Maßnahmen kaum zu verhindern, und die Steuererträge aus der Glücksspielsteuer, die jährlich etwa 50 Millionen Euro betragen, werden erheblich sinken.

„Die Ernsthaftigkeit der Situation darf nicht unterschätzt werden. Ohne frühzeitige Maßnahmen kann der wirtschaftliche Schaden kaum abgewendet werden, und es wird nicht mehr viel von den 50 Millionen Staatssteuereinnahmen aus der Glücksspielsteuer übrig bleiben“, so Kaufmann.

Aufruf zur Reform

Die Liechtensteinische Casinovereinigung hat inzwischen die Politiker aufgefordert, die neuen Maßnahmen zurückzunehmen und das Glücksspielgesetz zu reformieren, um einen „fairen und nachhaltigen Rahmen“ für die Branche wiederherzustellen. Die Branche benötigt dringend Stabilität, um sich von den jüngsten Rückschlägen zu erholen.

Liechtenstein

Widerstand gegen ein Casinoverbot im Jahr 2023

Diese Entwicklungen kommen nach einer Bürgerinitiative im Jahr 2023, die ein Referendum über ein Verbot der landbasierten Casinos in Liechtenstein erzwingen wollte. Die Bürgerinitiative IG Volksmeinung war der Meinung, dass die sechs Casinos dem Ruf des Landes schaden würden. Die Regierung hingegen war der Ansicht, dass die Casinos gut für die Wirtschaft seien, da sie viele Touristen anziehen. Die Mehrheit der Einwohner stimmte daher gegen das Verbot, wobei sich 73 % für den Erhalt der Casinos aussprachen.

Gesetzgebung zum Online-Glücksspiel

Im gleichen Zusammenhang wurde Ende 2023 die Legalisierung von Online-Glücksspiel in Liechtenstein auf das Jahr 2028 verschoben, was bedeutet, dass die Einwohner vorerst nicht an legalem Online-Glücksspiel teilnehmen können. Diese Verzögerung bei der Gesetzgebung für Online-Glücksspiel bedeutet, dass die einzige Möglichkeit, im Land zu spielen, weiterhin in den physischen Casinos stattfindet, die nun jedoch mit den neuen, strengeren Vorschriften konfrontiert sind.

Die Zukunft der landbasierten Casinos in Liechtenstein steht nun auf der Kippe, und die kommenden Monate werden entscheiden, ob das Glücksspielgesetz erneut angepasst werden kann, um die Branche zu stabilisieren und den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen.

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